Norwegen! (Wird kontinuierlich aktualisiert, Fotos kommen noch)
- Draculi

- vor 15 Stunden
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Tageshöchstwerte der Temperatur jenseits der 40°C im Schatten? Gut, dass wir dieses Jahr Norwegen als Urlaubsziel ausgesucht haben. Dort sollen die Temperaturen um 15°C im August, unserer Reisezeit, sein.
Da wir wieder öffentlich und so umweltfreundlich wie möglich reisen wollen, ist der erste Streckenabschnitt der sehr gemütliche Nachtzug in den Norden Deutschlands: bis Hannover. Weiter soll es nach Schleswig, Kopenhagen und Göteborg gehen, wo wir die erste Übernachtung nach dem Nachtzug haben werden.
Die Irrfahrten in Deutschland
Leider begannen die Probleme schon ein paar Tage nach der Buchung der ersten Strecken: die ÖBB sendet mir eine E-Mail, in der sie “informiert”: “Zu Ihrer geplanten Reise gibt es eine Abweichung.” Welche? Fällt die Verbindung aus oder ändert sich lediglich der Abfahrtsbahnsteig? Für die ÖBB offenbar gleich wichtig und um es interessanter zu machen: “Das ÖBB Kundenservice unterstützt Sie gerne bei der Auswahl geeigneter Alternativen und gegebenenfalls Umbuchung Ihres Tickets.” Das will man bei durchaus raren Fahrscheinen für Liegewägen nicht lesen! Dementsprechend rufe ich bei der ÖBB Nummer an und höre: “Das können Sie auch selbst am Scotty-Portal nachsehen.” Aber die viel wesentlichere Information: Mein Zug fährt nicht bis Hamburg Hauptbahnhof, sondern nur Hamburg-Harburg. Was aber für uns egal ist, weil wir bereits in Hannover aussteigen! So eine sinnlose Kundenzeitverschwendung!
Aber es geht noch weiter: Auch die DB kündigt Änderungen der Verbindung an. Erfahrungsgemäß nimmt man diese besser ernst. Ein Zug fällt aus, daher buche ich kostenfrei auf den leider eine Stunde später fahrenden um. Doch dabei bleibt es nicht. Auch hier gibt es Änderungen und Ausfälle, denn genau an unserem Reisetag wurde jemand gesehen, der auf die Rendsburger Hochbrücke geklettert ist und hier für Verzögerungen im Bahnverkehr gesorgt hat. Über einen halben Tag lang. So kann man Deutschland also lahm legen.
Statt eben zügig (haha) nach Göteborg zu kommen, mussten wir über Hamburg Hbf – Pinneberg – Husum – Schleswig – Flensburg – Fredericia und dann regulär Kopenhagen, Malmö und Göteborg fahren und kamen erst um 22:05 an. Ein kleiner Abendspaziergang in Göteborg war somit gestrichen.
Ich halte hier fest: ich werde die nächsten 5 Jahre versuchen, nach und durch Deutschland nur Direktverbindungen zu buchen.
Ein Lichtblick war aber, über die Öresund Brücke von Dänemark nach Schweden zu fahren. Sehr beeindruckend, vor Allem auch die Schiffsstraße, die Frachtschiffe unter der Brücke passieren lässt.
Weiter nach Norwegen!
Wir bezogen Abends das „Good Morning+ Göteborg City“ Hotel – ein Schiff mit einem normalen Bett und Frühstück mit Hafenausblick. Am nächsten Tag gab es gleich eine Action-Einlage zum Aufwachen: Eine Dame erlitt eine allergische Reaktion und brach nach dem Verlassen des Frühstücksbuffets zusammen, wir haben ihr Eiswürfel zu lutschen gegeben und den Nacken mit Eiswürfeln gekühlt während ihr Ehemann die Rettung gerufen hat. Alles gut gelaufen, die Dame hat sich soweit ihr möglich bedankt und wir haben uns zum Zug nach Oslo begeben.
In Oslo haben wir etwa um 13:00 das Hobo Hotel bezogen und danach gleich die Suche nach gutem Essen mit einem Stadtspaziergang durch den Schlosspark um das königliche Schloss verbunden. Wir fanden ein gutes Lokal am Ufer in Aker Brygge, das Lekter’n (lektern.no). Dort setzten wir uns auf die Terrasse, bestellten Shrimp Basket, Miesmuscheln und Burger und begannen, das Essen im Freien zu genießen. Plötzlich setzte ganz leichter Nieselregen ein und aus einem österreichischen Reflex haben wir angefangen, uns nach einem trockenen Plätzchen umzusehen. Sonst bewegte sich aber keiner der Gäste – alle aßen weiter, als wäre nichts geschehen! Die Einheimischen müssen es ja wissen, vielleicht nur ein Übergangel, vor Allem weil neben uns ein junges Pärchen saß, wo sie nur einen grobmaschig gestrickten Pullover anhatte. Ich meinte noch: „Bevor die beiden nicht gehen, stehen wir auch nicht auf.“ Es war aber auch nicht unangenehm, in diesem Wetter zu essen. Jedoch, der Nieselregen hörte nicht auf und jetzt verließ auch noch das Pärchen das Deck. Für mich war klar: „Wir sind die letzten im Freien, jetzt suchen wir uns auch ein Plätzchen im Trockenen.“ Aber Cupcake meinte: “Nein, da ist noch eine Familie mit Kinderwagen. Und das Verdeck ist nicht zu!“ Also blieben wir sitzen und genossen unser Essen im leichten Nieselregen. Das war der Moment, wo ich mich im Norden angekommen fühlte.
Als wir mit dem Essen fertig waren, hörte es auch auf zu Regnen. Gut, denn wir gingen an saunierenden Menschen am Ufer vorbei zum Opernhaus, wo wir eine Runde auf dem Dach spazierten.
Danach sahen wir uns noch die Ausstellung „The Viking Planet“ (www.thevikingplanet.com) an und gingen am Rathaus vorbei zurück ins Hotel.
In Norwegen können Züge ausgebucht sein
Im Hotel angekommen, am Zimmer gemütlich gemacht, wollte ich die Zugverbindung zu unserer nächsten Station, Marnardal, buchen. In Wien hatte ich bereits alle Unterkünfte gebucht. Bei den Transfers wollte ich flexibler sein. Ein Fehler!
In Norwegen können Züge nämlich ausgebucht sein. Das verhindert, dass stehende oder in den Gängen herumlungernde Passagiere das Wohlbefinden der anderen Reisenden stören. Es verhindert aber leider auch, dass wir ein gemütliches Frühstück haben können. Daher habe ich statt des Zuges um 09:23 jenen zwei Stunden früher gebucht und die Youngsters entsprechend informiert. Zusätzlich bin ich noch schnell in den Supermarkt, der abends offen hat, und habe Proviant für die etwa 5,5 stündige Reise besorgt.
Bushcraft in Marnardal
Wir haben uns auf den Weg mit der F5 Richtung Stavanger gemacht, welche in Marnardal hält. Die Zugfahrkarte habe ich gestern noch über die VY App gekauft. Im (zwei Stunden früher abfahrenden) Zug habe ich als erstes die weiteren Zug- oder Busverbindungen gekauft. Noch einmal soll mit das nicht passieren.
In Marnardal Stasjon holte uns Sofie von Adventure Norway (https://www.adventurenorway.net/en) ab und brachte uns zum Camp. Dort bezogen wir unsere Hütte mit zwei Stockbetten - also mit anderen Worten: wir rollten unsere Schlafsäcke aus. Während die zwei Youngsters im Camp die Lage erkundeten, legte ich mich einmal hin und schlief die Strapazen der letzten Nacht aus.
Am Abend aßen wir noch von unserem Proviant und fuhren dann um etwa 20:00 mit dem Kanu, geführt von Ewen, den Fluss Marna hinunter und suchten nach Bibern. Wir fanden deren Bauten, aber keine Biber selbst. Das machte aber nichts, denn am nächsten Tag ging es mit dem Campleben los:
Gleich nach dem Aufstehen und der Morgenhygiene gingen wir Himbeeren pflücken. Danach gab es von Ming und Cupcake zubereitete Scrambled Eggs, dazu Kaffee. Den Vormittag über übten wir uns dann im Bogenschießen.
Zu Mittag aßen wir Wraps mit Rucola, Lachs und Frischkäse und waren gestärkt für den Nachmittag: Rafting mit Jodnas auf dem Fluss Marna. Während der gesamten Rafting Tour machten wir zusätzliche Übungen wie während der Fahrt am Schlauchbootrand stehen, einmal am Schlauchbootrand entlanglaufen, am Rand sitzen oder sich einfach neben dem Boot mit den Füßen voran im Wasser treiben lassen. Dazu gehörte natürlich auch, wieder selbständig ins Boot zu klettern. Alles kein Problem.
Am späten Nachmittag sammelten wir dann Zunder, um für das Abendessen Feuer mit dem Feuerstahl zu entfachen. Das klappte ganz gut!
Gut gestärkt brachen wir dann zu einer kleinen Wanderung auf und übernachteten am Gipfel in Hängematten mit Blick auf den Fjord. Durch die fehlende Lichtverschmutzung konnte man einen sehr schönen Sternenhimmel betrachten und gemütlich einschlafen.
Am nächsten Tag gingen wir hinunter ins Tal zum Marna Ufer. Am Weg dorthin sammelten wir Heidelbeeren, die wir mit einer Ernteschale mit einem groben Kamm auf der Unterseite leicht von den Sträuchern kämmen konnten.
Am Ufer angekommen, sahen wir das Camp von Adventure Norway am gegenüberliegenden Ufer. Ewen kam mit einem Kanu zu uns, nahm Liam und Max mit hinüber und die beiden kamen dann mit je einem Kanu zurück, um mit uns und dem Gepäck zum Camp zurückzukehren. Dort angekommen duschten wir uns einmal schön heiß - sehr zum Leidwesen der französischen Gruppe, die nach uns vom Rafting gekommen ist und sich auch duschen wollte. "Jemand" hatte nämlich fast das ganze warme Wasser aufgebraucht.
Am Abend aßen wir noch Pizza aus selbst gemachtem Hefeteig und fuhren dann noch in der Nacht um 22:00 auf eine Elchsafari mit Nigel.
Um Mitternacht waren wir




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